•   Gerade läuft: 
    PLAY 
21.09.09 10:08 Alter: 352 Tage

09/2009 Datenschutz

Rubrik: Kolumne

 

Woran sich Behörden und Detekteien noch vor wenigen Jahren die Zähne ausgebissen haben, schafft heutzutage jede Laie mit Hilfe von Google mit drei Mausklicks. Ob persönliche Informationen über Beziehungen und anderen Flirts auf StudiVZ, brisante Äußerungen zum Thema BtM in diversen Foren bis hin zu gesamten Tagesabläufen, die via Twitter und Facebook der Welt naiv preisgegeben werden – wenn jemand etwas sucht, wird er hier sicher fündig. Kaum zu glauben, welche Peinlichkeiten nach Parties im ausklingenden Vollrausch noch schnell von der eigenen Handycam auf YouTube hochgeladen werden. Zukünftige Arbeitgeber werden ihre helle Freude damit haben und in manchen Fällen sicher auch Abmahn-Anwälte. So manch ein Karriere-Traum oder Beziehung ist durch solche oder ähnliche Hinterbleibsel gescheitert. Wer glaubt, man könne einstige Jugendsünden nachträglich einfach löschen, der irrt - denn das Netz vergisst nie. Schafft man es einen delikaten Eintrag in einer dieser Social Networks zu verbannen, kann man diese Einträge immer noch in Internet-Archiven, wie zum Beispiel archive.org Jahre später noch finden. Die Gefahr besteht auch nicht unmittelbar mit einzelnen Einträgen, sondern haarig wird es erst bei einer akribischen Analyse aller Netzspuren, die eine Person insgesamt hinterlassen hat. Gerade bei digital-extrovertierten User könnte ein solches Persönlichkeitsprofil eine ziemlich haarige Angelegenheit werden, die man kaum einschätzen kann. Also erst denken, dann Absenden klicken.