12/2009 Bericht meiner ganz persönlichen Schweinegrippe!
Montagmorgen: 7:43 Uhr. Ich weiß es so genau, weil ich eben auf die Uhr geschaut hab und nicht vergesslich bin. Pinkeln muss ich und laufe zum Bad. Mein Herz pocht und irgendwie schleicht sich ein Piepen in mein Ohr, welches dort versucht in mein Gehirn vorzudringen. Setze mich kurz hin und versuche zu begreifen was gerade mit mir los ist. Das Wochenende steckt mir auch sonst in den Knochen, doch aber nicht in der Lunge! Was ist geschehen? Ich überlege und bemerke dabei meinen trockenen Hals, welchen es zu befeuchten gilt. Grippe! Ganz klar Grippe! Ich weiß jetzt was mich die Nacht so wild gemacht hat. Nun kommt eins zum anderen. Medien, Fernsehen , Warnungen ..die Schweinegrippe! Ich habe sie. Ganz klar! Ich kann ja gar nicht dran vorbeigeschliddert sein. Ich habe sie mir wirklich eingefangen. Schon jetzt fange ich an genau zu überlegen wie es sich unter Quarantäne leben lässt. Wie endet wohl mein Leben? Einsam im Bett und mit leerem Kühlschrank ,weil keiner kommen durfte um mich zu holen? Ich schiebe diese Gedankenblase beiseite als nun auch mein Kopf anfängt zu pochen. Nun schnell reagieren. Was tun? Erst den Notarzt rufen, dann umfallen? Erst umfallen, dann auf den Notarzt warten? Ich fühle mich fiebrig. So wird es sein - der Hitzeschlag - er kommt und holt mich! Mach ich mich hier gerade verrückt?! Setze ich mich gerade unter Druck und bin einfach nur Opfer des investigativen Journalismus? Atme durch Brauner. Fasse alles zusammen und fange an dich zu besinnen, denke ich mir! Du bist und bleibst ein leichter Hypochonder und all das, was in den Nachrichten dem Ausbruch einer Epidemie gleicht, ist doch nur Scharlatanerie um Geld in die Kassen der Pharmaindustrie zu stecken! Huch - ich bemerke wie sich auf einmal die Angst mäßigt und ich wieder klare Gedanken fasse. Naja, oder eher ganz klar an meine vollgerotzte Nase. Ich versuche mich zu entspannen und lege mich ins bett - warte auf die Dinge die da kommen und trinke einen Tee. Zähle die Stunden und auch deren Minuten. Gehe ich zum Arzt oder schreibe ich nun meinen Abschiedsbrief? Sie könnte es sein, vielleicht aber auch nicht. Sie - die Schweinegrippe. Hinterlistig und gemein! Ich gebe mich also bedingungslos hin und warte auf die Dinge, die da kommen. Nichts -irgendwie nichts. Es stimmt mich fast traurig feststellen zu müssen, dass sich mein Zustand nicht verschlechtert und irgendwie alles wie immer ist. Wie sonst auch, wenn mich eben die Grippe namens Influenza erwischt hat. Sie war es und ist es, meine Freundin die Influenza. Ich bin mir sicher. Baue auf meinen „gesunden“ Menschenverstand. Der täuscht mich jetzt eben nicht mehr und ich trotze dem Medienspektakel! Ich habe sie in acht Stunden besiegt….meine ganz persönliche Schweinegrippe!
